Veränderungen jedem ermöglichen! – Passives Wahlrecht von Geburt an

Das mit dem aktiven Wahlrecht von Geburt an ist so eine Sache: Bei jungen Kindern wird dieses höchstwahrscheinlich von den Eltern ausgeübt und somit würden kinderreiche Eltern in unserer Demokratie bei der politischen Mitbestimmung bevorzugt.

Beim passiven Wahlrecht sieht das aber ganz anders aus: Hier ist es sehr schwierig, ja fast unmöglich, dass dieses von den Eltern ausgeübt wird. Wenn sich ein Kind oder ein*e Jugendliche*r in der Lage fühlt bei einer Wahl als Kandidat*in anzutreten, dann sollte dazu auch die Möglichkeit bestehen. Hierbei muss das passive Wahlrecht unabhängig vom aktiven Wahlrecht gesehen werden! Es ist etwas völlig anderes ob jedes Kinder oder jede*r Jugendliche bei einer Wahl vermutlich durch die Beeinflussung der Eltern wählen darf oder ob sich einzelne Kinder oder Jungendliche zur Wahl stellen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob sie laut Gesetzt schon das aktive Wahlrecht besitzen oder nicht.

Sollte ein Kind oder ein*e Jungendliche*r bei einer Wahl kandidieren, dann hat dies nämlich noch nichts mit Mündigkeit zu tun, im Gegensatz zum aktiven Wahlrecht. Die Mündigkeit spielt erst bei der Ausübung des gewählten Amtes eine Rolle. Ob der*die minderjährige Kandidat*in das Amt nach der Wahl ausüben darf, das entscheiden die mündigen Wähler*innen, wobei diese nach dem eigenen Ermessen beurteilen können, ob der*die Kandidat*in für das Amt geeignet ist.

Bei einer Gesetzesänderung zum passiven Wahlrecht egal auf welcher Ebene müsste natürlich besonders die Haftbarkeit berücksichtigt werden, da Minderjährige (unter 14) für ihre Handlungen bei aktueller Gesetzeslage nicht haftbar gemacht werden können. Dies müsste soweit angepasst werden, dass das Alter bei der Haftbarkeit von politischen Ämtern das Alter keine Rolle mehr spielt. Hier könnte jede*r Jungendliche selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen möchte.